Wie geht es Ihnen mit den Kapriolen des April?

Mögen Sie Lyrik mit vortrefflichen Sprachbildern?

Hören Sie mal zu, wie Rose Ausländer den April beschreibt.
Vielleicht geben Ihnen ihre Bilder Anregung für den persönlichen Umgang mit den Unbilden der gegenwärtigen (Jahres)zeit.

Ich finde dieses Gedicht zauberhaft.
Und Sie?

Machen Sie was aus den  letzten Tagen des April, wenn es sein muss, mit dem ein oder anderen Purzelbaum.

Weihnachtsgruß

Ich wünsche Dir, Ihnen und allen Leserinnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Nein, Frohsein und Besinnlichkeit sind keine Gegensätze, die es nur schwer miteinander aushalten. Besinnlichkeit gibt dem Frohsein etwas Tiefe oder auch Ernsthaftigkeit. Frohsein wiederum gibt der Besinnlichkeit ein bisschen Glanz und verhindert, dass diese in Melancholie oder Grübelei abgleitet.

Beide passen also sehr gut zusammen, gerade an den Weihnachtstagen.
Ich habe dieser Tage vor Weihnachten an Menschen, an die ich immer wieder gern denke, weil sie mir wegen ihrer Freundlichkeit wichtig geworden sind, ein Kärtchen oder eine Kleinigkeit geschickt.
Und was höre ich da neben dem Dankeschön?
„Wäre doch nicht nötig gewesen.“
Was heißt das, „Wäre nicht nötig gewesen“? Wie sonst kann ich Ihnen ein Zeichen geben, dass ich an Sie denke und dass Sie das auch spüren?

In diesen Tagen der Verunsicherung, der Entwurzelung und Vereinsamung ist die Pflege unserer mitmenschlichen Beziehungen sehr wichtig.
Jeder von uns braucht Zugehörigkeit. Das kann man schon bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie schon sehr früh ohne Aufforderung irgendeine kleine Aufgabe übernehmen, um etwas beizutragen und auf diese Weise ihre Zugehörigkeit zu zeigen.

Um der Zugehörigkeit Willen geben viele Menschen ihr Bestes, zum Guten und zum Bösen.

Schaffen wir also gute Gelegenheiten, die Zugehörigkeit ermöglichen.

In diesem Sinne: frohe und besinnliche Weihnachtstage im Schein der Kerzen 🙂

Gedanken einer Kerze

Ihr habt mich angezündet und schaut –
nachdenklich und versonnen – in mein Licht.
Vielleicht freut ihr euch auch ein bisschen dabei.

Ich jedenfalls freue mich, dass ich brenne.
Wenn ich nicht brennen würde, läge ich in einem Karton
mit anderen Kerzen, die auch nicht brennen.
In so einem Karton haben wir überhaupt keinen Sinn.
Da liegen wir nur herum.

Einen Sinn habe ich nur, wenn ich brenne – und nun brenne ich.
Aber seit ich brenne, bin ich schon ein wenig kürzer geworden.
Das ist schade, denn so kann ich mir ausrechnen, wann ich nur noch ein kleines Stümpfchen bin.

Aber so ist es – es gibt nur zwei Möglichkeiten:
Entweder ich bleibe ganz und unversehrt im Karton, dann werde ich nicht kürzer, dann geht mir überhaupt nichts ab –
aber dann weiss ich nicht, was ich eigentlich hier soll.

Oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiss ich,
warum ich da bin, wofür ich da bin –
dafür muss ich aber etwas geben: von mir selbst – mich selber.
Das ist schöner als kalt und sinnlos im Karton.

So ist es bei euch Menschen auch, genauso!
Entweder ihr bleibt für euch, bleibt allein, dann passiert euch nichts. Dann geht euch nichts ab, aber dann
wisst ihr eigentlich auch nicht so recht, warum.
Dann seid ihr Kerzen im Karton.

Oder ihr gebt Licht und Wärme.
Dann habt ihr Sinn. Dann freuen sich die Menschen, dass es euch gibt.
Dann seid ihr nicht vergebens da.

Aber dafür müsst ihr etwas geben:
von euch selber, vor allem was in euch lebendig ist:
von eurer Freude, eurer Herzlichkeit, von eurer Treue, eurem Lachen, von eurer Traurigkeit, von euren Ängsten, von euren Sehnsüchten,
von allem, was in euch ist.

Ihr braucht keine Angst zu haben, dass ihr dabei kürzer werdet.
Das ist nur äußerlich. Innen werdet ihr heller!

Denkt ruhig daran, wenn ihr in eine brennende Kerze schaut –
denn so eine Kerze seid ihr selbst.

Ich bin nur eine kleine, einzelne Kerze. Wenn ich alleine brenne,
dann ist mein Licht nicht groß und die Wärme, die ich gebe,
ist gering. Ich allein – das ist nicht viel.

Aber mit anderen zusammen ist das Licht groß und die Wärme stark.
Bei euch Menschen ist das genauso. Einzeln ist euer Licht nicht gewaltig und die Wärme klein. Aber zusammen mit anderen,
da seid ihr viel.

Licht ist ansteckend!

Und noch etwas: manchmal geschieht es,
dass im Haus plötzlich das Licht ausgeht.
Dann ist es unerwartet finster.
Wird aber eine Kerze angezündet, ist die Dunkelheit überwunden –
mit einem einzigen Licht!

Es ist nicht alles gut in dieser Welt, vieles ist finster und kalt.
Viele klagen und schimpfen darüber. Manche hören überhaupt nicht auf, sich und anderen vorzujammern, wie miserabel es allen geht.

Aber ein einziges Licht, das brennt, ist mehr als alle Dunkelheit.
Lasst euch Mut machen und wartet nicht auf die anderen.
Lasst euch anzünden, brennt und leuchtet und wärmt.

Das ist der Sinn eures Lebens, wie es der Sinn der einfachen Kerze ist.
Und wenn ihr Zweifel habt, ob dies auch stimmt, dann zündet eine Kerze an – und schaut in die lebendige Flamme und begreift das Gleichnis.

(Autor unbekannt)

Von der Berufswahl zur Zufriedenheit im Beruf

Wie geht das?

In jungen Jahren wählen wir eine Ausbildung oder ein Studium, das schon irgendwie zu uns zu passen scheint. Wenn wir gut auf uns aufpassen, Möglichkeiten nutzen und auch einmal etwas wagen, öffnen sich im Laufe unserer Berufstätigkeit Türen, die uns immer mehr mit unseren Interessen und unserem Können in Verbindung bringen, bis wir im besten Fall in unsere Berufsrolle hineingewachsen sind und wir unsere Berufsidentität gefunden haben.

Den „richtigen Beruf“ zu finden ist für fast jeden Menschen eine echte Herausforderung. Das weiß ich aus meiner langjährigen Erfahrung als Berufs- und Laufbahnberaterin. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich um die erste Berufswahl oder um eine spätere berufliche Neuorientierung handelt. Denn wenn wir uns beruflich orientieren, befinden wir uns in einer sehr komplexen Entscheidungssituation. Wir fühlen uns von unserem sozialen Umfeld und der Gesellschaft aufgefordert, richtig zu wählen. Und wir sollen die Berufswelt da draußen mit ihren vielen Möglichkeiten und lockenden Angeboten so weit wie möglich mit unserer Innenwelt in Einklang bringen.

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DIE ANDEREN BRÜCKEN

DIE ANDEREN BRÜCKEN

Du hast einen schönen Beruf, sagte das Kind zum alten Brückenbauer,
es muss schwer sein, Brücken zu bauen.

Wenn man es gelernt hat, ist es leicht, sagte der alte Brückenbauer,
es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind viel schwieriger, sagte er, die baue ich in meinen Träumen.

Welche anderen Brücken? fragte das Kind.

Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an.
Er wusste nicht, ob es verstehen würde. Dann sagte er: Ich möchte eine Brücke bauen von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen, von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit zur Freude. Ich möchte eine Brücke bauen, von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg.

Das Kind hatte aufmerksam zugehört.
Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer regenbogentraurig war. Weil das Kind ihn wieder froh machen wollte, sagte es:
Ich schenke dir meine Brücke. Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen.

ANNE STEINWART

Abschied und Neubeginn von 2016

Das Jahr haucht seine letzten Stunden aus und nimmt sein Ende.
Mir fallen Abschiede immer schwer.
Dennoch will ich mit Zuversicht in die Zukunft blicken und die Hoffnung auf das Gute im Menschen, auf sein  Handeln mit  Herz und Verstand bewahren und nähren.

Für alle Traurigen, Verzagten, tief Schürfenden habe ich für den Einstieg in das neue Jahr diese tröstende Geschichte ausgegraben, die mich selbst schon viele Male getröstet hat:

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

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